Delegiertenversammlung Frauenbund
Der Schweizerische Katholische Frauenbund streicht das Katholisch aus dem Namen und heisst neu nur noch Frauenbund Schweiz. Linda Zehnder war als Präsidentin bei der Delegiertenversammlung dabei.
Frauenbund streicht das «Katholisch» aus seinem Namen
Vor Kurzem fand die Delegiertenversammlung des Frauenbundes Schweiz (ehemals SKF – Schweizerischer Katholischer Frauenbund) statt. Zehn Delegierte aus dem Kanton Schwyz, darunter die Präsidentin des Frauenvereins Einsiedeln, Linda Zehnder, nahmen den Weg ins Wallis auf sich, um dabei zu sein.
Mitg. Nach über zehn Jahren im Verbandsvorstand, davon neun als Präsidentin, verabschiedet sich Simone Curau-Aepli aus der Leitung des Frauenbundes Schweiz. Mit Klarheit, Haltung und Visionen prägte sie den grössten konfessionellen Frauenverband der Schweiz entscheidend.
Seit 2016 stand sie an der Spitze des Verbands. Sie führte ihn durch die Pandemie, engagierte sich für digitale Transformation, gendersensible Sprache und setzte sich mit Nachdruck für die Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen ein. Simone Curau-Aepli war Mitinitiantin des Projekts «Halbe-Halbe» der EKF, Eidgenössische Kommission für Frauenfragen, reiste mit dem Elisabethenwerk nach Bolivien und verlieh dem Anliegen der Gleichstellung auch international Gewicht. Ihr Wirken machte deutlich: Katholisch und feministisch – das geht. Neu als Co-Präsidentinnen wirken Pia Viel und Katharina Jost Graf. Pia Viel, Präsidentin des Aargauischen Katholischen Frauenbunds, engagiert sich seit Jahren für Gleichstellung, Familienpolitik und kirchliche Teilhabe. Die pensionierte HR-Fachfrau ist in zahlreichen sozialen und politischen Gremien aktiv, u. a. als Präsidentin des Dachverbands Tagesstrukturen Aargau und Bezirkspräsidentin Die Mitte Baden.
Katharina Jost Graf studierte Theologie in Luzern und Paris und ist seit 35 Jahren als Seelsorgerin tätig. Seit Kindertagen ist Katharina Jost Graf im Frauenbund aktiv. Vor ihrem Engagement beim nationalen Dachverband wirkte sie im Vorstand des Luzerner Kantonalverbands SKF Luzern. In wertvoller Freiwilligenarbeit präsidierte sie die Volkshochschule Dagmersellen, wirkt im Vorstand der Caritas Zentralschweiz mit und engagiert sich bei der katholischen Reformorganisation Allianz Gleichwürdig Katholisch. Der Frauenbund Schweiz wird damit erstmals in seiner Geschichte von einem Co-Präsidium geführt.
Abschied vom alten Namen – Schritt in eine neue Ära
Ein zentrales Traktandum der Delegiertenversammlung war die Namensänderung. Neben dem Vorschlag «Frauenbund Schweiz» wurde auch der Name «Katholischer Frauenbund Schweiz» eingebracht. Die Debatte zeigte ein breites Meinungsspektrum – zwischen Sorge um das katholische Profil und klarer Zustimmung zur Öffnung und Zukunftsfähigkeit. Es war ein polarisierendes Thema. Die neu gewählte Co-Präsidentin Katharina Jost hat die Namensänderung mit einer emotionalen Stellungnahme begründet. Es war mehr als ein Antrag: Es war ein Bekenntnis. Zur Geschichte, zur Zukunft, zu einem gelebten Glauben, der verbindet statt auszugrenzen. Der Text berührte viele Frauen im Saal – weil er sagte, was viele längst fühlten. Mit der offiziellen Umbenennung von Schweizerischer Katholischer Frauenbund zu Frauenbund Schweiz markiert der Verband einen Meilenstein in seiner über 100-jährigen Geschichte. Die Namensänderung spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung und die gelebte Offenheit des Verbandes wider. Die neue Bezeichnung soll die Vielfalt der Mitglieder und deren Engagement für eine gerechte, solidarische und gleichberechtigte Gesellschaft besser abbilden. Die Delegierten folgten dem Antrag des Vorstands: Der Verband heisst neu Frauenbund Schweiz.
Ebenfalls angenommen wurde der neue Claim: «Überraschend anders katholisch». Er soll verbindlich und systematisch in der visuellen Kommunikation eingesetzt werden. Obwohl der Claim teils kritisch hinterfragt wurde, wurde er doch mehrheitlich als Ausdruck von Offenheit und Identität begrüsst.
Mit voller Kraft in die Zukunft Neben den statutarischen Geschäften diskutierten die Delegierten zentrale Themen wie Gleichstellung, Care-Arbeit und Nachhaltigkeit. Der Frauenbund Schweiz will seine Rolle als starke Stimme für Frauen weiter ausbauen – in Kirche, Politik und Gesellschaft.
Die DV in Visp war geprägt von Austausch, Inspiration und Aufbruch. Mit neuem Namen und gestärkter Führung blickt der Verband zuversichtlich in die Zukunft, und die Arbeit des Frauenbunds geschieht immer im Bewusstsein, mit Gott im Bund zu sein.
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